Visum für die USA - L-1 Visum

L-1 Visum - Arbeitsvisum für die USA

L-1 Visum

Für Unternehmer, die in Deutschland schon einen laufenden Betrieb aufgebaut haben, besteht die Möglichkeit, ein sog. L-1 Visum zu beantragen, um in den USA eine Zweigstelle, ein neues Büro oder eine Tochterunternehmung zu gründen.

Ein L-1 Visum kommt insbesondere auch dann in Frage, wenn der Weg in die USA über ein E-Visum versperrt ist, weil die entsprechenden Voraussetzungen, beispielsweise den bestehenden Handel oder die erforderliche Investition betreffend, nicht erfüllt sind bzw. werden können.

Ferner bietet das L-1 Visum auch Nonprofit-Organisationen, die sich per se nicht für ein E-Visum qualifizieren können, die Möglichkeit, in den USA Fuß zu fassen.

Beziehung zwischen den beiden beteiligten Unternehmen

Voraussetzung ist zunächst, dass das im Heimatland bestehende Unternehmen und das in den USA gegründete Unternehmen bzw. das zu eröffnende Büro in einer qualifizierenden Beziehung zueinander stehen.

Eine solche qualifizierende Beziehung ist beispielsweise gegeben, wenn eine unselbständige Zweigstelle in den USA gegründet wird. Sie kann aber auch dann vorliegen, wenn beide Unternehmen rechtlich selbständig sind. Entscheidend ist dann vor allem, dass das eine Unternehmen am anderen beteiligt ist und dass ein Unternehmen faktisch die Kontrolle über das andere ausübt. Eine Mehrheitsbeteiligung ist allerdings nicht zwingend erforderlich.

Eine für ein L-1 Visum qualifizierende Beziehung liegt schließlich auch vor, wenn beide Unternehmen im Eigentum und unter der Kontrolle einer dritten Gesellschaft oder einer natürlichen Person stehen, beispielsweise ein und demselben Einzelunternehmer gehören.

Anforderungen an den Antragsteller

Voraussetzung ist, dass die Person, die in den USA versetzten werden soll, entweder eine leitende Position im deutschen Unternehmen eingenommen hat und künftig in den USA einnehmen wird oder aber besondere Kenntnisse vorweisen kann, welche in den USA zum Einsatz kommen werden.

In leitender Position ist eine Person dann tätig, wenn ihr die Leitung des Unternehmens oder einer seiner Abteilungen obliegt, sie die Aufsicht über andere Mitarbeiter in gehobener Position und zumindest ein Mitspracherecht im Hinblick auf Anstellung und Kündigung anderer Mitarbeiter hat.

Besondere Kenntnisse, die ebenfalls für ein L-1 Visum qualifizieren, können sich beispielsweise auf die Produktpalette oder die vom Unternehmen angebotenen Dienstleistungen beziehen. Aber auch für Tätigkeiten, die die intime Kenntnis der internen Unternehmensabläufe erfordern, kann ein L-1 Visum in Frage kommen. Unabdingbar ist in solchen Fällen jedoch, dass die von der Position geforderten Kenntnisse nicht auf dem US-Arbeitsmarkt vorhanden sind.

Nicht zuletzt muss der Mitarbeiter, der in die USA entsendet werden soll, während der dem Antrag vorhergehenden drei Jahre mindestens für ein Jahr beim deutschen Unternehmen in angestellter Position tätig gewesen sein.

Zu beachten ist dabei, dass nur eine Anstellung in Vollzeit qualifiziert und eine auch über mehrere Jahre sich erstreckende Teilzeitbeschäftigung in keinem Fall genügt.

Laufende Geschäftstätigkeit in Deutschland

Das Heimatunternehmen muss seine Geschäftstätigkeit aufrechterhalten, während sich der Mitarbeiter in den USA befindet. Ein L-1 Visum ist also nicht geeignet für Einzelunternehmer, deren Betrieb zuhause stillsteht, während sie in den USA ein neues Unternehmen aufbauen.

Eröffnung eines neuen Büros

Im Zusammenhang mit der Entsendung eines Mitarbeiters zur Eröffnung eines neuen Büros muss – und zwar bei Antragstellung – nachgewiesen werden, dass ausreichend Bürofläche angemietet worden ist. Das Visum wird zunächst nur für ein Jahr ausgestellt.

Blanket Petition

Die Beantragung eines L-1-Visums ist recht aufwendig. Der US-Arbeitgeber muss bei der US-Einwanderungsbehörde USCIS vorab eine Petition mit den unterschiedlichsten Unterlagen einreichen. Erst nach Billigung der Petition kann dann der Mitarbeiter das eigentliche Visum beim US-Konsulat beantragen.

Allerdings gibt es für Unternehmen, die einige besondere Voraussetzungen erfüllen, die Möglichkeit der sog. Blanket-Petition. Diese ermöglicht es, dass die zu entsendenden Mitarbeiter tatsächlich nur den Termin beim US-Konsulat wahrnehmen müssen. Eine vorab einzureichende Petition ist also nicht mehr erforderlich.

Eine sog. Blanket-Petition kommt insbesondere für ein US-Unternehmen in Betracht, das mindestens ein Jahr geschäftstätig ist und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:

 

  • Über das US-Unternehmen (ggf. US-Konzern) wurden in den letzten 12 Monaten erfolgreich mindestens zehn L-1-Visa beantragt (und zwar für manager, executive“ oder sog. specialized knowledge professionals, wobei letztere Kategorie nur die Angehörigen bestimmter Berufsgruppen unterfallen, Spezialkenntnisse alleine also nicht ausreichen)
  • Das US-Unternehmen bzw. in den USA ansässige konzernangehörige Unternehmen haben einen Umsatz („annual sales“) von mindestens 25 Millionen US-Dollar
  • Das US-Unternehmen bzw. der US-Konzern beschäftigt in den USA mindestens 1.000 Arbeitnehmer

Wurde eine solche Blanket-Petition erstmalig von der USCIS genehmigt, können weitere Mitarbeiter (manager, executives, specialized knowledge professionals), in die USA entsandt werden, ohne dass für diese vorher eine Petition eingereicht wird, es genügt ein Konsulatstermin.

Familienangehörige

Ehegatten und unverheiratete Kinder unter 21 Jahren kann ein L-2 Visum ausgestellt werden. Nur der Ehegatte darf allerdings in den USA auch arbeiten.

Wir beraten Sie gerne rund um das L-1 Visum

Sie haben noch Fragen zum Arbeitsvisum für die USA? Melden Sie sich bitte bei uns - entweder über unser Online-Terminbuchungssystem, per E-Mail (info@visum-usa.com) oder auch telefonisch (069 - 76 75 77 80). Unsere Experten sind für Sie da und helfen Ihnen in einem anwaltlichen Erstberatungsgespräch, das sowohl persönlich in unserer Kanzlei als auch telefonisch erfolgen kann. Gerne sind Ihnen unsere Anwälte dann bei der Wahl des richtigen Visums sowie bei der Durchführung des notwendigen Antragsverfahren behilflich.

USA Visum online Terminbuchung

Wenn Sie bereits wissen, dass ein L-1 Visum das richtige Visum für Sie ist und Sie eine (kostenpflichtige) Erstberatung daher nicht benötigen, können Sie uns auch sogleich mit der Beantragung eines L-1 Visums zum fairen Pauschalpreis beauftragen!

Alle Infos zum L-1-Visum kurz und knapp im Video