Greencard für die USA

Greencard – Voraussetzungen, Beantragung, steuerrechtliche Folgen

Die United States Permanent Resident Card – besser bekannt unter dem Namen Greencard – ist seit Jahrzehnten das unter Auswanderern wohl beliebteste Ausweisdokument der Welt. Eine Greencard gewährt ihrem Inhaber ein Daueraufenthaltsrecht in den USA sowie die Freiheit, überall in den USA zu wohnen, sich selbständig zu machen und für jeden Arbeitgeber zu arbeiten. Anders als bei Nichteinwanderungsvisa ist man nämlich durch den Erhalt einer Greencard nicht auf die Mitarbeit bei dem Unternehmen, mit dessen Hilfe man die Greencard beantragt hat, beschränkt.

Mitarbeiter, die sich im Rahmen einer Entsendung in den USA aufhalten, sind oft sehr am Erwerb einer Greencard interessiert. Arbeitgeber, die solchen Wünschen ihrer Angestellten nachkommen, können dadurch ihre besten und erfahrensten Mitarbeiter halten und ihnen gleichzeitig einen Anreiz geben, langfristig am US-Standort zu bleiben.

Greencard macht US-Staatsbürgerschaft möglich

Über eine Greencard hat man die Möglichkeit, nach 3 bis 5 Jahren die US-Staatsbürgerschaft zu erwerben. Eine Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft ist grundsätzlich möglich. Dafür muss aber vor Erlangen der US-Staatsbürgerschaft eine Beibehaltungsgenehmigung beantragt und erteilt worden sein.

Gerne beraten wir Sie zu allen Themen rund um das Erlangen einer Greencard, von der Erstberatung bis hin zur Evaluierung von Steuerimplikationen oder dem Beantragen der US-Staatsbürgerschaft. Unsere erfahrenen Anwälte für US-Visumsrecht helfen Ihnen weiter.

Voraussetzungen für die Beantragung einer Greencard

Eine Greencard gewährt viele Rechte, die aber auch von einigen Pflichten begleitet werden:

  • Greencard-Inhaber müssen ihren Lebensmittelpunkt in die USA verlegen und behalten. Sonst droht ihnen der Verlust der Greencard.
  • Aufenthalte außerhalb der USA für weniger als sechs Monate am Stück sind grundsätzlich unproblematisch. Bei einem Auslandsaufenthalt zwischen sechs Monaten und einem Jahr kann eine Wiedereinreise als Greencard-Inhaber bereits problematisch werden. In solchen Fällen kann ein US-Grenzbeamter durchaus Fragen stellen und ggf. Unterlagen verlangen, die die Beibehaltung eines US-Lebensmittelpunktes nachweisen.
  • Personen, die sich länger als ein Jahr außerhalb der USA aufgehalten haben, müssen grundsätzlich ein spezielles Visum beantragen, um wieder als Greencard-Inhaber in die USA einreisen zu können. Ein solches Returning Resident Visa wird nur ausgestellt, wenn besondere Voraussetzungen vorliegen. In der Praxis kann man auch versuchen, ohne ein Returning Resident Visa wiedereinzureisen, wenn man länger als ein Jahr außerhalb der USA war. Allerdings ist ein solcher Versuch mit beachtlichen Risiken verbunden und verlangt erfahrungsgemäß deswegen vorherige Rücksprache mit einem Anwalt.

Reentry Permit für Greencard-Inhaber

Wer vor der Ausreise weiß, dass er längere Zeit außerhalb der USA verbringen wird, kann eine sog. Reentry Permit beantragen. Dies erlaubt ihm, sich bis zu zwei Jahre außerhalb der USA aufzuhalten, ohne für die Wiedereinreise ein Returning Resident Visa beantragen zu müssen. Aber auch der Inhaber eines Reentry Permit muss darauf vorbereitet sein, bei einer Wiedereinreise in die USA seinen Aufenthalt außerhalb der USA genau zu schildern und zu rechtfertigen.

Steuerrechtliche Konsequenzen einer Greencard

Nicht zuletzt sollten auch die steuerlichen Konsequenzen einer Greencard – sowohl das Steuerrecht der USA als auch das Steuerrecht des Heimatstaats betreffend – bedacht werden. Wer eine Greencard besitzt und dementsprechend seinen Lebensmittelpunkt in die USA verlegt hat, muss natürlich US-Steuern bezahlen. Auch wer seine Greencard behalten hat, aber mittlerweile im Ausland lebt, muss weiterhin US-Steuererklärungen einreichen und ggf. US-Steuern bezahlen. Selbstverständlich kann man eine Greencard aber auch aufgeben, indem man ein Formular bei einem US-Konsulat im Ausland einreicht.

Arbeitsplatzbasierte vs. familienbasierte Greencards

Grundsätzlich gibt es zwei Greencard-Kategorien: arbeitsplatzbasierte und familienbasierte Greencards. Erstere können gemeinsam durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer beantragt werden, Letztere durch Familienangehörige von US-Staatsbürgern und US-Greencard-Inhabern.

Für bestimmte Personengruppen gibt es jedoch Ausnahmen:

  • Durch das sogenannte EB-5 Investment-Program können auch Investoren eine Greencard erwerben.
  • Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten können über eine sogenannte self-petition in der Kategorie EB-1 auch ohne Arbeitsplatz oder Jobangebot eine Greencard beantragen.
  • Personen, die einer Tätigkeit nachgehen, die im nationalen Interesse der USA liegt, können über die Kategorie EB-2 auch ohne einen Arbeitgeber eine Greencard erlangen.
  • Für alle anderen Personen ist die Teilnahme an der Greencard-Lotterie ebenfalls eine Option.

Arbeitsplatzbasierte Greencards

Die arbeitsplatzbasierten Greencards sind kontingentiert, d.h. pro Steuerjahr wird nur eine begrenzte Anzahl solcher Greencards vergeben. Gehen in einer Kategorie mehr Anträge ein, als Greencards vergeben werden können, werden die „überschüssigen Anträge“ auf eine Warteliste gesetzt, d.h. der Antrag wird zwar nicht verworfen, aber vorläufig noch nicht bearbeitet.

Für alle arbeitsplatzbasierten Greencards ist ein Arbeitsplatzangebot erforderlich. Eine Ausnahme hiervon bilden nur die erste Unterkategorie der Kategorie EB-1 (workers with extraordinary ability) und die Kategorie EB-2, wenn die Tätigkeit des Antragstellers in den USA im nationalen Interesse liegt.

Der potentielle US-Arbeitgeber muss auch zeigen, dass er keinen US-Amerikaner für die Stelle gefunden hat (labor certification). Eine Ausnahme hiervon bilden nur die Kategorien EB-1 (alle Unterkategorien), EB-2, wenn, wie geschildert, die Tätigkeit des Antragstellers im nationalen Interesse liegt, EB-4 und EB-5.

Die arbeitsplatzbasierten Greencards fächern sich in folgende Unterkategorien auf:

  • EB-1 für

    • workers with extraordinary ability: Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten (internationale oder nationale Bekanntheit erforderlich)
    • outstanding professors and researchers: international anerkannte Forscher oder Hochschullehrer
    • multinational executives and managers: Manager oder leitende Angestellte internationaler Konzerne

  • EB-2 für

    • advanced degree professionals: Personen, die einen Beruf ausüben, für den ein US-Bachelor die Mindestvoraussetzung darstellt und die einen höheren Abschluss als den des US-Bachelors (oder eines vergleichbaren ausländischen Abschlusses) haben (z.B. Master, Doktorgrad) oder einen Bachelor und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung
    • persons with exceptional ability: Personen, die in ihrem Beruf über besondere Fähigkeiten (nationale Bekanntheit genügt) verfügen

  • EB-3 für

    • professional workers: Personen mit einem Beruf, der in der Regel mindestens einen US-Bachelor erfordert, und Personen, die einen solchen US-Bachelor oder einen gleichwertigen ausländischen Abschluss erworben haben
    • skilled workers: Personen, die einen Beruf ausüben, der mindestens eine zweijährige Ausbildung erfordert
    • unskilled workers: Personen in einem Beruf, der keine solche Ausbildung erfordert

  • EB-4 für

    • Mitglieder von Religions- bzw. Glaubensgemeinschaften, die in den USA die Tätigkeit eines Geistlichen (Pfarrer, Prediger u.ä) ausüben möchten

  • EB-5 für

    • Personen, die die Absicht haben, in ein bestehendes oder neu zu gründendes Unternehmen eine Million US-Dollar zu investieren und dadurch zehn Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen. Befindet sich das Unternehmen in einer wirtschaftsschwachen Region, genügt als Investition eine halbe Million US-Dollar

Familienbasierte Greencards

Mit Ausnahme der IR-Kategorie (immediate relatives) sind auch die familienbasierten Greencards kontingentiert, d.h. pro Steuerjahr wird nur eine begrenzte Anzahl solcher Greencards vergeben, was dazu führt, dass „überschüssige Anträge“ vorläufig nicht bearbeitet, sondern auf eine Warteliste gesetzt werden.

Die familienbasierten Greencards untergliedern sich wie folgt:

  • IR-Kategorie (immediate relatives) für nahe Verwandte von US-Bürgern

    • IR-1 für Ehegatten
    • IR-2 für unverheiratete Kinder unter 21 Jahren
    • IR-3 für Waisen, die im Ausland adoptiert wurden
    • IR-4 für Waisen, die in den USA adoptiert wurden
    • IR-5 für Eltern eines US-Bürgers, der mindestens 21 Jahre alt ist

  • F-Kategorie (family preference relatives) für gewisse sonstige Verwandte von US-Bürgern und ggf. Greencard-Inhabern

    • F1 für unverheiratete Kinder eines US-Bürgers über 21 Jahre
    • F2 für Ehegatten, minderjährige Kinder oder mindestens 21 Jahre alte, unverheiratete Kinder von Personen, die mit Greencard in den USA leben
    • F3 für verheiratete Kinder eines US-Bürgers und seines Ehegatten und minderjährige Kinder
    • F4 für Geschwister eines mindestens 21 Jahre alten US-Bürgers, dessen Ehegatten und minderjährige Kinder

Beratung zur US-Greencard durch erfahrene Anwälte

Sie haben sich dazu entschieden, eine Greencard zu beantragen? Sie möchten, dass unsere erfahrenen Anwälte ihren Greencard-Antrag professionell begleiten? Gerne beraten wir Sie umfassend zur Beantragung einer Greencard und begleiten Sie durch alle notwendigen Schritte. Neben der Beratung zum Visumsrecht und der Prüfung, ob Sie Ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten können, evaluieren unsere Anwälte, welche steuerrechtlichen Auswirkungen Ihre US-Einbürgerung mit sich bringt.

Ihre Ansprechpartner sind Rechtsanwalt Thomas Schwab sowie US-Anwalt Morgan Hangartner. Melden Sie sich bitte jederzeit bei uns, wenn Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch mit einem unserer Experten vereinbaren möchten, entweder über unser Online-Terminbuchungssystem, per E-Mail (info@visum-usa.com) oder gerne auch telefonisch (069 / 76 75 77 80).

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